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Übernahme der Bestattungskosten

In Deutschland besteht Bestattungspflicht.

Als Angehörige oder Angehöriger der verstorbenen Person müssen gemäß der gesetzlich geregelten Reihenfolge Sie für die Bestattung sorgen. Die Kosten dafür müssen Sie vorrangig als Erbe, an zweiter Stelle als unterhaltspflichtige bzw. sonstige angehörige Person tragen.

Das Sozialamt übernimmt die erforderlichen Kosten einer Bestattung, soweit es Ihnen als gesetzlich verpflichteter Person abhängig von Ihrem Einkommen und Vermögen nicht zugemutet werden kann.

Es übernimmt die Kosten für eine einfache ortsübliche Bestattung. Das gilt auch für Feuerbestattungen. Nicht übernommen werden die Kosten für die Bewirtung von Trauergästen.


Leistungsbeschreibung

Die erforderlichen Kosten einer Bestattung werden vom Sozialamt übernommen, soweit es den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen.

Zur Besorgung der Bestattung sind gemäß § 9 Abs. 1 Bestattungsgesetz (BestG) die volljährigen Angehörigen der verstorbenen Person in folgender Reihenfolge verpflichtet:

  1. der Ehegatte oder Lebenspartner,
  2. die Kinder,
  3. die Eltern,
  4. der sonstige Sorgeberechtigte,
  5. die Geschwister,
  6. die Großeltern,
  7. die Enkelkinder


An wen muss ich mich wenden?

Wenn die verstorbene Person zum Todeszeitpunkt Empfänger von Sozialhilfe war, ist das Sozialamt, welches dem Verstorbenen zu Lebzeiten die Sozialhilfe gezahlt hat, zuständig. In allen anderen Fällen das Sozialamt, in dessen Bereich der Sterbeort liegt (das gilt auch beim Bezug von Arbeitslosengeld II des Verstorbenen).


Voraussetzungen

Eine Zahlung vom Sozialhilfeträger kommt nur dann in Betracht, wenn

  • der Nachlass des/der Verstorbenen nicht ausreicht
  • und die Verpflichteten (Erben, Unterhaltpflichtige oder sonstige Verwandte) nicht in der Lage sind, die Bestattungskosten aus eigenen Mitteln (Einkommen und Vermögen) zu tragen.


Welche Unterlagen werden benötigt?

Nachweise der verstorbenen Person:

  • Sterbeurkunde

Aufstellung und Bewertung des Nachlasses mit Vermögensnachweisen, vor allem:

  • lückenlose Girokontoauszüge der letzten drei Monate
  • Sparbücher
  • Geldanlagen
  • Wohneigentum
  • Versicherungssumme von Lebensversicherungen
  • Zeitwert des Kraftfahrzeugs
  • Bausparguthaben und Ähnliches
  • falls vorhanden: Testament oder Erbvertrag

Aufstellung der möglichen Erbinnen und Erben und Familienangehörigen der verstorbenen Person:

  • Ehefrau oder Ehemann
  • Kinder
  • Eltern
  • Geschwister
  • Enkelkinder
  • Großeltern
  • Partnerinnen oder Partner in eheähnlicher Gemeinschaft
  • eingetragene Lebenspartnerinnen und Lebenspartner
  • sonstige Erbinnen und Erben

Nachweise der antragstellenden Person:

  • Erbschein oder Nachweis der Erbausschlagung
  • Kopien über die Art und Höhe des Einkommens der letzten drei Monate
  • Angaben zu weiteren Angehörigen der verstorbenen Person (z.B. im Haushalt lebende Erbinnen oder Erben und Angehörige der verstorbenen Person)
  • Nachweise über die Vermögensverhältnisse
  • Nachweise der monatlichen Belastungen
  • Mietvertrag und letzte Mieterhöhungserklärung der Vermieterin oder des Vermieters (aktuelle Miethöhe)
  • falls Sie den Antrag erst nach der Bestattung stellen: Originalrechnung des Bestattungsinstituts

Am besten mit der zuständigen Behörde abklären.


Welche Fristen muss ich beachten?

Eine gesetzliche Ausschlussfrist gibt es nicht. Es empfiehlt sich jedoch, den Antrag in angemessener Frist zu stellen.


Rechtsgrundlage

Die Regelungen zu dieser Leistung finden sich im 9. Kapitel des Sozialgesetzbuches XII unter dem Titel „Hilfe in anderen Lebenslagen“ (§ 74 SGB XII).

§ 74 Sozialgesetzbuches XII „Hilfe in anderen Lebenslagen“




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